Patenschafts-Jahrestreffen 2010

 

Das Patenschafts-Jahrestreffen fand heuer, wie auch im Vorjahr, am 26. September statt.

Bischof Mathew Arackal und Pfarrer Karl HirtenfelderDas diesjährige Jahrestreffen wurde durch die Teilnahme vom Diözesanbischof von Kanjirapally, Mar Mathew Arackal ganz wesentlich bereichert. Er war in Begleitung seines Sekretärs, Fr.Joseph und des in Österreich beschäftigten Pfarrers Sebastian Edakarottu. Gefreut hat uns auch, dass Herr Franz Gattringer, von der Projektabteilung der Missio/Austria den weiten Weg von Wien auf sich genommen hat, um unserem Treffen beizuwohnen.

Nach der Begrüßung durch Pfarrer Karl Hirtenfelder erhielten die Gäste einen kurzen Überblick über das Jahresgeschehen. Eine genaue Auflistung wurde an alle Anwesenden verteilt. Ein Videobericht über die heurigen Familienbesuche, sowie der Beitrag aus der Sendung Orientierung vom März d.J., in dem uns heuer ein Kameramann des ORF zu einer Familie begleitet hatte, brachte einen kleinen Einblick in die tristen Situationen der armen Familien unserer Partnerdiözese Kanjirapally.

Bischof Arackal fand lobende Worte für die Aktion Erzengel Rafael und auch Herr Gattringer hob besonders die Korrektheit hervor, mit der die Geldüberweisungen ablaufen.

Nach all dem vielen Lob durften sich die 60 Gäste mit ind. Gemüsesuppe und scharfen Linsenlaibchen, genannt "Vadai" stärken.

Fotos vom Treffen finden Sie >>hier

AERPatentreffen der Aktion Erzengel Rafael 

Der Einladung zum diesjährigen Jahrestreffen waren erfreulicherweise 53 Personen nachgekommen. Nach der Begrüßung durch Pfarrer Hirtenfelder wurde in einem kurzen Video die Situation einiger Familien gezeigt, die heuer besucht wurden. Im Anschluss daran konnte sich Jeder, der mochte, mit einer Gemüsesuppe stärken, die „sanft" mit indischen Gewürzen versehen war.

Außer einigen Tüchern und Schals aus indischer Seide boten wir heuer nichts zum Verkauf an. Stattdessen baten wir um Spenden für eine äußerst bedürftige Familie, die wir heuer besucht haben. Die Patin dieser Familie hat selbst nur ein Mindesteinkommen, daher entschlossen wir uns, auf diesem Weg zusätzlich zu helfen. In den Spendenschachteln waren knapp € 400,--. Die Tücher brachten € 120,-- ein und mit den € 150--, die wir dankenswerterweise schon vorher bekamen, können wir die Familie mit € 670,-- unterstützen.

Herzlichen Dank fürs Kommen und für die Spenden! Wir hoffen auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.

Fotos vom Patentreffen finden Sie  >>hier

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Aktion "Erzengel Rafael"

Patenschaftsbericht 2011

„Eure Arbeit ist doch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein". Diese Aussage haben wir schon des Öfteren gehört. Das Bewusstsein aber, dass durch unsere Hilfsaktion schon 582 Familien in der Diözese Kanjirapally geholfen werden konnte, erfüllt uns mit tiefer Dankbarkeit. Davon haben bereits 494 Familien den vollen Betrag erhalten, 88 Familien werden noch unterstützt. Leider kommt es immer wieder vor, dass Familien durch erneute Schicksalsschläge noch eine Zusatzzahlung benötigen. Über die genauen Umstände werden die Paten von uns informiert. Die Hälfte ist bereit, nochmals zu helfen, die andere Hälfte reagiert nicht auf unsere Mitteilung. Weil wir uns aber für die Familien aus unserer Aktion verpflichtet fühlen, versuchen wir, in jedem Fall dem Hilferuf nachzukommen. Durch die steigenden Preise und dem vermehrten Hang der Kinder zu einer höheren Ausbildung kommen Anfragen dieser Art leider immer öfter. Um diesen gerecht werden zu können, bitten wir weiterhin um kräftige Unterstützung.

Im Februar besuchten wir 23 Familien. Bei einigen durften wir uns freuen, weil die positiven Auswirkungen unserer Hilfe gut erkennbar waren. Wir kommen aber auch zu Familien, in denen die Lage noch sehr schwierig ist und diese wenigstens mittels Direkthilfe mit kleineren Beträgen etwas gelindert werden kann. Etwa mit € 100,-- für eine Ziege mit Kitzen, mit € 120,-- für einen Rollstuhl, oder wie heuer mit € 200,-- für die Installation eines englischen Klosetts. Das ist eine große Erleichterung für den 16-jährigen Bibin mit den schweren Beinproblemen. Wir kennen ihn seit Beginn der Aktion, seit er 5 Jahre alt war und haben seither seine Entwicklung beobachtet. Spontane Hilfen dieser Art können wir leisten, weil es zum Glück freundliche Menschen gibt, die uns vor unserer Reise nach Kerala etwas Geld mitgeben. Die größeren Beträge, wie den Verkaufserlös vom Patrizimarkt, den Ertrag von Veranstaltungen und andere größere Zuwendungen im Laufe des Jahres, werden für Überlebensfälle verwendet. Wie z.B. für die letzte Familie, die wir heuer besucht haben. Weil es dem jungen Ehepaar mit den 3 kleinen Kindern im viel zu kleinen Elternhaus zu eng wurde, begann der 32-jährige Familienvater ein Haus zu bauen. Als die Grundfeste fertig war, hatte er im Jänner d.J. einen schweren Autounfall und ist seither vom Kopf abwärts gelähmt. Seither schwebt er zwischen Leben und Tod. Das Krankenhaus hat ihn damals nach einigen Tagen zum Sterben nachhause geschickt. Auch kann sich eine Familie einen längeren Krankenhausaufenthalt nicht leisten, 

weil es dort keine Krankenversicherung gibt. Für den Krankentransport, Krankenhausaufenthalt mit Behandlung bis zum Essen muss alles von der Familie bezahlt werden. Seine Frau ist mit der Betreuung des schwer kranken Mannes und der drei kleinen Kinder überfordert. Den Anblick, wie sie zart und klein und verzweifelt in dem kleinen, heißen Raum neben dem Bett ihrs Mannes gestanden ist, kann ich nicht vergessen.

Eine andere Familie mit 5 Söhnen kam in große Not, weil der Familienvater, der als Elektriker arbeitete, an einem seltenen Leiden erkrankte. Die Ärzte finden keine Medikamente, die ihm wirklich helfen. Seinen Beruf kann er nicht mehr ausüben, weil er zeitweise stark zittert. Er kann nicht schwer arbeiten, daher kauft er säckeweise Gewürze und andere Lebensmittel, verpackt diese in kleine Gebinde und verkauft sie in der Nachbarschaft. Wenn es ihm besser geht, knüpft er Rosenkränze für den Verkauf. Von diesem geringen Erlös muss die Familie ihr Auskommen finden. Das kleine Haus hat nur 2 Räume und ein kleines Vorzimmer. Ein Raum ist mit vollen Säcken angepackt. Der andere Mini-Raum dient als Küche, Schlaf- u. Aufenthaltsraum für die Großfamilie. Diese Familie gehört leider zu jenen, wo die Paten die Zahlung eingestellt haben. Die Frau hat gleich zu Beginn für 2 Jahre bezahlt und sich dann nie mehr gerührt. Es kam keine Reaktion auf unsere Briefe und E-Mails und das Paket mit den Rosenkränzen und dem Dankschreiben der Familie aus Kerala kam ungeöffnet zurück. In diesem Fall überwiesen wir von unserem Spendenkonto nicht nur die für die Patenschaft noch ausständigen € 360,--, sondern zusätzlich € 2000,--. Mit diesem Geld und mit dem Erlös ihres kleinen Häuschens kann die Familie ein Stück Land kaufen und darauf ein größeres Haus errichten.

Das sind nur 2 von vielen traurigen Schicksalen, die wir Jahr für Jahr im Zuge der Familienbesuche erleben.

Wie schon oft erwähnt, beinhaltet unser Projekt auch ein Ausbildungskonto. Wir ermöglichen jedes Jahr 6 – 8 Schülern den 2-Jahres-Kurs über € 150,--, der für die Weiterbildung nötig ist. Bis jetzt waren wir der Meinung, dass dieser Kurs nur für ein höheres Studium Bedingung ist. Heuer erfuhren wir im Zuge unserer Familienbesuche, dass dieser Kurs auch für eine Berufslehre Grundvoraussetzung ist. Wir besuchten eine Familie, deren Sohn die Automechaniker-Lehre macht und waren verwundert, als wir hörten, dass auch er den 2-Jahreskurs dafür benötigte. Auch muss für die Lehre bezahlt werden. Sie dauert 2 Jahre und kostet 32000 Rs, umgerechnet etwa € 530,--. Dazu kommen noch die Fahrtkosten und andere Nebenkosten.

Die Familienbesuche sind physisch und psychisch sehr belastend. Für eine effektive Durchführung eines Projektes dieser Art ist es aber wichtig, die Familien von Zeit zu Zeit zu besuchen, um einen persönlichen Eindruck über die Verhältnisse zu bekommen und zu kontrollieren, ob die Vereinbarungen auch eingehalten werden. Es können natürlich nicht alle Familien besucht werden, aber alle wissen, dass Besuche gemacht werden und jede Familie muss damit rechnen, dass es sie trifft. Für uns haben die Besuche den Vorteil, uns ein wenig diese uns so fremde Kultur erahnen und begreifen zu lassen.

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